Vierter Grenzkrieg

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Der Vierte Grenzkrieg fand von 1082 bis 1084 statt und trug sich hauptsächlich im Jewell Subsektor der Spinwärtsmarken zu.

Der Grenzkrieg wurde durch den Versuch des Imperiums ausgelöst, eine im Dritten Grenzkrieg zerstörte Flottenbasis im Quar-System wieder in Betrieb zu nehmen, gegen den entschiedenen Protest des Zhodani Konsulat. Die Situation eskalierte schnell, noch ehe eine formelle Kriegserklärung oder -taktik durch das mehrere Wochen vom Konfliktherd entfernte Oberkommando einer der beiden Seiten beschlossen und bestätigt werden konnte (deshalb wird der Vierte Grenzkrieg auch "der falsche Grenzkrieg" genannt).

Der Krieg war gekennzeichnet durch schnelle und in den Anfangswochen nicht immer geplant wirkende Vorstöße von Schiffen und kleinen Verbänden der Zhodani und angeworbener Vargr-Gruppen auf Randwelten im Jewell und Regina Subsektor, die aber meist an der Grenze gestoppt werden konnten. Der endgültige Sieg für das Imperium und das Ende des 16 Monate dauernden Krieges erfolgte in der "Schlacht der zwei Sonnen" 1084 zwischen Yres und Menorb – zwei Systeme, die in den Anfängen des Krieges durch Zhodani überfallen und bis zuletzt von diesen kontrolliert wurden. Die Schlacht war für die Offensivkräfte der Zhodani so verheerend, dass diese einem Waffenstillstand zustimmten.

Im Zuge des finalen Waffenstillstandsvertrages verlor das Imperium die Kontrolle über Narval und musste einer gemeinsamen Kontrolle von Esalin zustimmen. Umgekehrt erhielt das Imperium dafür Margesi und das hundert Jahre zuvor an die Schwertwelten verlorene Saurus.

Obwohl Imperator Strephon erst Monate nach Kriegsende von dem Konflikt erfuhr und somit kaum eine Wahl hatte, als den Waffenstillstand und dessen Bedingungen abzunicken, sorgte die imperiale Propagandamaschinerie dafür, den Imperator als Kopf der siegreichen Kriegstruppen zu feiern. Auf vielen imperialen Welten im Grenzgebiet gab es Siegesfeierlichkeiten und imperiale Bannermärsche. Der Vierte Grenzkrieg gilt damit auch als Wendepunkt der imperialen Herrschaft Strephons, weg von einem stillen Verwalten und hin zu einer mehr aktiven Gestaltung der Imperiumspolitik – auch in militärischen Aspekten.

Innerhalb der imperialen Militärdoktrin löste der Grenzkrieg ebenso Umdenkprozesse aus: So wurde in den Folgejahren das Modell der Flotten- bzw. Schlachtenreiter (auf dem Rumpf größerer Kriegsschiffe mitspringende Kampfschiffe, die dann im System abdocken und angreifen) zugunsten der vermehrten Produktion sprungfähiger Kampfschiffe aufgegeben. Grund hierfür war die Erkenntnis, dass bei ungünstigem Schlachtverlauf die Schlachtenreiter zu lange für ein Andockmanöver brauchen und ein Rückzug des Verbandes somit nur unter größten Verlusten möglich ist. Die neue Doktrin erlaubt es, jedes Schiff – auch solche, die vom Rest des Verbandes getrennt wurden – in Sicherheit springen zu lassen.

Eine weitere Änderung der Doktrin bestand in der Abkehr von der Strategie, große Kampfverbände weit vorgeschoben in Konfliktgebieten (wie den Spinwärtsmarken) zu platzieren, von wo aus diese schnell zu ausbrechenden Kriegsherden rücken können: Diese Taktik hatte sich das Imperium nur aufgrund seiner ernormen technischen und militärischen Überlegenheit gegenüber seinen Feinden erlauben können. Der Vierte Grenzkrieg offenbarte, dass dieser Vorsprung zumindest gegenüber den Zhodani bei Weitem nicht mehr so groß war und zu weit vorgelagerte Verbände in einem kommenden Krieg tatsächlich ein direktes Angriffsziel darstellen könnten.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die bis heute in den Spinwärtsmarken gültige Strategie der "flexiblen Verteidigung" entwickelt, wonach imperiale Flotten nicht mehr direkt im Gefahrengebiet, sondern in zentralen "Festungssystemen" nahe des Gefahrengebietes platziert werden – Welten mit hoher Bevölkerung und Technologiestufe, die es um jeden Preis zu halten gilt und die eine Blockade bis zum Eintreffen weiterer Verstärkungen aus dem Kernbereich halten können. Die Präsenz der Raumflotte entlang der Grenze wird somit faktisch ausgedünnt, um dafür größere Reserven an strategisch wichtigen Punkten zu haben, von denen aus dann eine Reaktion auf Angriffe in die Wege geleitet werden kann.

Beide Änderungen haben – militärisch vernünftig, wie sie sein mögen – nicht eben zur Begeisterung der Bevölkerung beigetragen: Die Umstellung von Reitern auf eigenständig sprungfähige Kampfschiffe verschlingt ein erhebliches Mehr an Aufwendungen, was bereits zu steuerlichen Mehrbelastungen geführt hat, und die Bewohner von Welten im Randgebiet empfinden eine subjektiv höhere Gefahr und eine gestiegene Exponiertheit gegenüber den feindlichen Kräften jenseits der Grenze, speziell den Zhodani.

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